Kultur : Grosz-Erben planen Museum für Berlin

Wenn es nach Lilian Grosz ginge, der amerikanischen Witwe des George-Grosz-Sohns Peter, dann würde Berlin ein eigenes Museum bekommen, das dem großen Dadaisten und Collagisten der zwanziger Jahre gewidmet ist. In einem morgen anberaumten Gespräch mit Kulturstaatssekretär André Schmitz will sie den noch in Familienbesitz befindlichen Nachlass aus diversen Bildern, Aquarellen, Skizzen und Notizbüchern der Stadt anbieten, allerdings zu einem entsprechenden Preis.

Schon in den Achtzigern hatte der 2006 verstorbene Peter Grosz gemeinsam mit seinem Bruder Martin der Akademie der Künste einen Großteil des schriftlichen Nachlasses vermacht, eine weitere Schenkung erfolgte in den Neunzigern. Auch das Berliner Technikmuseum wurde von ihm mit Schenkungen großzügig bedacht, denn der gebürtige Berliner war selbst Sammler von Dokumenten der Luftfahrtgeschichte und vermachte seine Kollektion dem Haus. Erst vor drei Jahren wurde er dafür vom Regierenden Bürgermeister mit dem Großen Verdienstkreuz ausgezeichnet.

Seine Witwe weilt nun in der Stadt, nicht zuletzt um dem Technikmuseum ein weiteres Konvolut fliegerhistorischer Artefakte zu überreichen. Was das eigene Grosz-Museum betrifft, sind die Aussichten eher gering: Die Stadt kürzt gerade in den Ausstellungshäusern ihre Mittel. Eine Vermittlung an die Berlinische Galerie, die Neue Nationalgalerie oder erneut die Akademie der Künste erscheint weitaus sinnvoller. Erst im Sommer waren Werke aus dem Grosz-Nachlass in der Villa Medici in Rom zu sehen, präsentiert vom Kunsthändler und Nachlassverwalter Ralph Jentsch. Damals war noch von einem Grosz-Museum und Studienzentrum in Italien die Rede. NK

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