Kultur : Grün bleibt Grün

Eine Zeitschrift befasst sich mit Berliner Parkneuschöpfungen

Bernhard Schulz

Wenn in diesen Tagen von Berliner Parkanlagen die Rede ist, dann vorwiegend unter dem Aspekt der konfliktträchtigen Grill-Manie. Dabei bemüht sich Berlin durchaus, zumindest im Zuge seiner Neubauvorhaben einige respektable Parkgestaltungen zu verwirklichen. Wie lange sie grillfrei bleiben werden, ist eine Frage, der die Zeitschrift Garten + Landschaft in ihrer soeben erschienenen Ausgabe (zum Glück) nicht nachgeht (Heft 6/2003, Callwey Verlag, München, 11 €). Sie bemüht sich vielmehr, die Konzepte darzulegen, die sich dem Auge des Passanten womöglich nicht immer erschließen.

An erster Stelle stehen die Grünflächen im Regierungsviertel. Cornelia Müller und Jan Wehberg fassen sie weiträumig zusammen. Der eigentliche Platz der Republik vor dem Reichstag wird von Heckenbosketts gefasst, die ungeachtet der geringen Geländeunterschiede in gleicher Höhe über Normalnull geschnitten werden und so eine perfekte Ebene abbilden. Zum Kanzleramt hin markieren flache Treppenstufen den leichten Geländeanstieg. Den Übergang vom Kanzleramt in den Tiergarten hinein begleiten sanft eingestreute Baumgruppen. Härter geht es am Potsdamer Platz zu. Den schmalen Streifen des „Tilla-Durieux-Parks“ hin zum Landwehrkanal haben DS Landschapsarchitecten aus Amsterdam zu hoch aufragenden, herrisch ihren Eigenwert betonenden Gartenskulpturen gestaltet, ebenso wie das knappe Dreieck des „Henriette-Hertz-Parks“ hinter Sony (gemeinsam mit Shlomo Koren).

Gefälliger wirken die Neuschöpfungen an der Peripherie, wie der Wuhlepark oder der (schmale) Priester-Pape-Park. Die Grillsaison ist noch lang...

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