Kultur : Gründerzeit

Bernheimer kooperiert mit Tenschert in München

Eva Karcher

Was tun Kollegen, wenn sie sich gegenseitig schätzen? Sich als Solitäre in ihren jeweiligen Bereichen erkennen? Sie beschließen, aus ihren „gleichen Wellenlängen“, wie es Konrad Bernheimer formuliert, eine Geschäftsbeziehung zu machen. Der Münchner Altmeisterspezialist war schon immer ein Mann der Synergien und Kooperationen. Seit 2002 hat sich Katrin Bellinger, führende Münchner Expertin für Meisterzeichnungen zwischen 1500 und 1900, zusätzlich in einem Raum seiner Londoner Kunsthandlung Colnaghi etabliert. Nun bespielt der in der Schweiz ansässige Antiquar Heribert Tenschert, international bedeutendster Händler mittelalterlicher Handschriften und seit kurzem auch Nachlassverwalter von Martin Walsers Werk, zwei Kabinetträume in Bernheimers Münchner Galerie. „Unsere Initialzündung fand letzten Herbst bei Munich Highlights statt“, sagt Tenschert. „Die intime Show parallel zur Münchner Kunst- und Antiquitätenmesse war für uns ein großer Erfolg“.

Den bemühen sich die beiden Koryphäen nun während der Opernfestspiele mit der erlesenen Gemeinschaftsausstellung „Music and Art“ fortzusetzen (bis 29. Juli, Brienner Straße 7). So kann sich, wer galante Szenen wie „Le Menuet“, ein Hauptwerk des französischen Malers Nicolas Lancret, oder das Rokoko-Porträt des Plantagenbesitzers Frederic Donnadieu von Jean Francois Bosio bewundert hat, jetzt gleich nebenan in illuminierte Handschriften auf Pergament aus Arras und Amiens aus dem späten 13. und 15. Jahrhundert vertiefen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben