Kultur : Günter Grass geht gerichtlich gegen Biografie vor

Günter Grass klagt gegen den Verlag seines Biografen Michael Jürgs. Anfang der Woche sei am Landgericht Berlin gegen den Goldmann-Verlag, der zur Verlagsgruppe Random House gehört, Klage eingereicht worden, erklärte Grass-Anwalt Paul Hertin am Freitag. Grass wolle dagegen vorgehen, dass Jürgs in der Neuausgabe der Biografie „Bürger Grass: Biografie eines deutschen Dichters“ die Behauptung eingefügt habe, Grass sei als junger Mann freiwillig zur Waffen-SS gegangen. Er sei jedoch einberufen worden. Die genauen Geschehnisse habe der Schriftsteller in seinem Buch „Beim Häuten der Zwiebel“ beschrieben, so der Anwalt.

Hertin nannte die Behauptung Jürgs „unter der Gürtellinie“. Grass wolle das nun „endgültig geklärt haben“. Zusammen mit der Klageschrift sei eine eidesstattliche Versicherung abgegeben worden. Nach Informationen von „Spiegel Online“ erklärt Grass darin: „Ich habe mich als 15-Jähriger in Gotenhafen freiwillig zur Wehrmacht gemeldet, und zwar zum Dienst bei der U-Boot-Waffe, ersatzweise zur Panzerwaffe. Mit einer Meldung zur Waffen-SS hatte das weder direkt noch indirekt irgendetwas zu tun. Die Einberufung zur Waffen-SS erfolgte ohne mein aktives Zutun erst im Zuge der Zustellung des Einberufungsbefehls im Herbst 1944.“ Hertin rechnet nicht mit einem Prozessbeginn vor März 2008. ddp

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