Kultur : Gute Nachrichten aus Iraks Nationalmuseum

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Erfreuliche Neuigkeiten aus dem irakischen Nationalmuseum in Bagdad: Nach den schweren Plünderungen vor zwei Wochen bringen die Diebe erste Stücke jetzt freiwillig wieder zurück. Das geht aus einem Bericht des amerikanischen Büros für Wiederaufbau und humanitäre Hilfe (Orha) hervor, der dem Tagesspiegel vorliegt. Amerikaner und Museumsangestellte hatten in den vergangenen Tagen mit Geistlichen gesprochen und gebeten, sie mögen in den Moscheen zur Rückgabe der Kunstschätze auffordern. Auch die Radiosender verbreiten entsprechende Appelle. Nun soll zum Beispiel die Statue eines assyrischen Königs aus dem neunten Jahrhundert v. Chr. wieder aufgetaucht sein, ebenso ein bronzenes Tempelrelief aus dem vierten Jahrhundert v. Chr.

John Limbert, Orha Koordinator für die Suche nach den Exponaten und Botschafter im afrikanischen Staat Mauretanien, ist mittlerweile in den Irak gereist. In ersten Gesprächen mit den Museumsangestellten habe er herausgefunden, dass die für die Forschung so wertvollen Dokumentationen der Bestände entgegen vielen Gerüchten und Befürchtungen nicht zerstört worden sind, heißt es in dem Bericht.

Insgesamt sollen mehr als 170 000 Exponate aus dem Nationalmuseum mit den wichtigsten Sammlungen ihrer Art gestohlen worden sein. Andere Quellen besagen, 80 Prozent der Bestände seien verschwunden. Diese Zahl ist jedoch nur eine grobe Schätzung, denn lange gab es keinen Strom und somit kein Licht, um auch die weitläufigen Magazine in den Kellern auf fehlende Stücke zu untersuchen. Am vergangenen Mittwoch haben US-Soldaten die elektrischen Leitungen repariert. Die Inventur hat begonnen. rcf

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