Kultur : Hallo, Schlange!

Nach MoMA: Peter Raue über das Metro-Projekt

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Herr Raue, Sie haben zusammen mit Ihren Freunden der Neuen Nationalgalerie 2004 das Museum of Modern Art (MoMa) aus New York nach Berlin gebracht und für legendäre Besucherschlangen gesorgt.

Jetzt hoffen wir auf eine neue Schlange! Denn wir wollen im nächsten Jahr Schätze des New Yorker Metropolitan Museums in der Neuen Nationalgalerie zeigen.

Die Absicht ist bekannt, aber bisher gab es noch keinen Vertrag und keine Details.

Ich komme soeben aus New York, und wir haben uns über alles geeinigt. Die Ausstellung kommt vom 30. Mai bis zum 7. Oktober 2007 nach Berlin.

Was wird da zu sehen sein?

Highlights der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts. Insgesamt etwa 130 Gemälde von Ingres, Delacroix, Courbet, Monet, Manet, Degas, Pissarro, van Gogh und 16 Skulpturen von Rodin. So werden seine berühmten „Bürger von Calais“ erstmals in Berlin zu sehen sein. Dazu gibt es noch gut 15 Arbeiten von Künstlern wie Bonnard, Picasso und Modigliani: als Überleitung und Blick ins 20. Jahrhundert. Also 150 Meisterwerke.

Warum gerade diese Auswahl?

Wir können nicht die ägyptische Pyramide aus dem Glashaus des Metropolitan vom Central Park nach Berlin bringen. Nein, Paris war bekanntlich die Hauptstadt des 19. Jahrhunderts. Es ist der Anbruch der Moderne, und kein anderes Haus, ausgenommen das Musée d’Orsay in Paris, hat diese Kunst so exzellent gesammelt wie das Metropolitan Museum.

Außerdem wird die entsprechende Abteilung des Metropolitan 2007 renoviert.

Das macht das Unternehmen, ebenso wie 2004 bei der Neugestaltung des MoMa, erst möglich. Die Ausstellung geht während der Schließzeit wie beim MoMa zuerst nach Houston und dann in erweiterter Form exklusiv nach Berlin.

Und was wird das kosten?

Wir rechnen wieder mit zehn Millionen Euro und hoffen nach dem MoMa-Erfolg auch auf Sponsoren. Es gibt keine öffentlichen Zuschüsse, die Bundesregierung werden wir nur wieder um eine „Staatshaftung“ bei der sonst unbezahlbaren Versicherung der Kunstwerke bitten.

Peter Raue ist Anwalt in Berlin und Vorsitzender des Vereins der Freunde der Neuen Nationalgalerie. Die Fragen stellte Peter von Becker.

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