Hamburg : Comeback für das Hansa-Varieté

Hula-Hoop und Handakrobatik: Deutschlands ältestes Varieté, das Hansa-Theater in Hamburg, wird am Donnerstag wiedereröffnet. Auf der mehr als hundert Jahre alten Bühne traten einst Größen wie Hans Albers oder Josephine Baker auf.

Hansa-Theater
Die Macher. Ulrich Waller (l.) und Thomas Collien vor dem Hansa-Theater am Steindamm. -Foto: dpa

Hamburg Thomas Collien und Ulrich Waller, die seit fünf Jahren das St.-Pauli- Theater auf der Reeperbahn leiten, wollen das mehr als 100 Jahre alte Varieté-Theater in der Nähe des Hauptbahnhofes, das 2001 geschlossen wurde, wiederbeleben. Gemeinsam mit dem Fischereihafen Restaurant Hamburg und dem Tigerpalast in Frankfurt haben die beiden ein neues Konzept entwickelt, das Altes mit Neuem verbinden soll. Das abwechslungsreiche Programm bietet internationale Varieté-Künstler, zunächst sind Vorstellungen bis zum 8. März geplant.

"Wir haben das Haus für zwei Monate gemietet. Wenn es erfolgreich ist, spricht nichts dagegen, es weiterzuführen", sagte Collien. Am Eröffnungsabend werden unter anderem der amerikanische Magier Jeff Sheridan, die ukrainische Hula-Hoop-Tänzerin Anna Stankus und die Hand-Akrobaten Grinchenko-Brothers auftreten. Durch den Abend führt der Kabarettist Heinrich Pachl. Außerdem werden als Conferenciers Matthias Deutschmann, Arnulf Rating, Horst Schroth, Ulrich Tukur und Jutta Wübbe (alias "Marlene Jaschke") das Publikum unterhalten. Als Varieté-Kapelle werden "Die Rhythmus Boys" auftreten.

Im Krieg zerstört

Das Hansa-Theater am Steindamm war eine Hochburg des deutschen Varietés. Paul Wilhelm Grell eröffnete das Haus 1894 mit 1500 Plätzen im Stadtteil St. Georg. Die Liste der Künstler, die hier auftraten, ist lang und reicht von Hans Albers, Charly Wittong und den Gebrüder Wolf bis Josephine Baker und den Clown Grock. 1943 wurde das Haus durch Bomben komplett zerstört, 1945 wieder aufgebaut. 1953 erfolgte der bisher letzte Umbau zum Showtheater mit integriertem Restaurant und 491 Plätzen. Legendär sind die Rufschalter für die Kellner und Aschenbecher an jedem Platz des Theaters, das Gründerzeit-Stil mit 50er-Jahre-Atmosphäre verbindet.

In den 1950er Jahren traten hier Schlagerstars wie Caterina Valente oder Conny Froboess auf. Aber auch Tierdressuren mit Elefanten, Pferden und Großkatzen gehörten zum Programm, wie etwa Siegfried und Roy, die hier 1964 das erste Mal in Hamburg auftraten. Zu den berühmtesten Gästen zählten unter anderen der Prince of Wales und der Schah von Persien. (küs/dpa)

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