Hamburger Elbphilharmonie : Zur Eröffnung eine Uraufführung von Rihm

Start am 11. Januar 2017: Die skandalumwitterte Elbphilharmonie stellt ihr Eröffnungsprogramm vor. Im Mai 2017 kommen die Berliner Philharmoniker, im Juni Barenboims Staatskapelle.

Die Fassade der Elbphilharmonie in der Hamburger Hafencity, neun Monate vor der Eröffnung.
Die Fassade der Elbphilharmonie in der Hamburger Hafencity, neun Monate vor der Eröffnung.Foto: dpa/Lukas Schulze

Mehr als 200 Konzerte stehen nach der Eröffnung der Elbphilharmonie am 11. Januar 2017 in dem neuen Hamburger Konzerthaus auf dem Programm. Zur Eröffnung ist die Uraufführung von Wolfgang Rihms „Triptychon und Spruch in memoriam Hans Henny Jahnn“ geplant, das er für dieses Ereignis komponiert. Ein hochkarätiges Sängerensemble wird das Werk zu Gehör bringen, darunter Anja Harteros, Wiebke Lehmkuhl, Philippe Jaroussky, Jonas Kaufmann und Bryn Terfel. Als Dirigent steht Thomas Hengelbrock am Pult der NDR Elbphilharmonie.

Bei der Präsentation des Eröffnungsprogramms sagte Generalintendant Christoph Lieben-Seutter, man plane ein Programm von einer Dichte, einer Vielfalt und einer Qualität, "wie Sie es wahrscheinlich kaum woanders auf dem Planeten finden werden“. Das Eröffnungsfestival soll drei Wochen dauern, unter anderem werden die Wiener Philharmoniker unter Ingo Metzmacher und das Chicago Symphony Orchestra unter Riccardo Muti gastieren. Am 7. Mai stehen dann die Berliner Philharmoniker mit ihrem Chefdirigenten Simon Rattle auf dem Programm, am 29. Juni kommt die Staatskapelle Berlin mit Daniel Barenboim.

Im Lauf des Jahres stehen mehrere Themenfestivals auf dem Programm, darunter „Salam Syria“ „als wichtiges Zeichen, die neuen Mitbürger hier zu begrüßen“, so Lieben-Seutter. „New York Stories“ widmet sich unter anderem John Adams und unter dem Motto „¡Viva Beethoven!“ dirigiert Gustavo Dudamel alle Beethoven-Symphonien, an fünf Konzertabenden mit seinem Orquesta Sinfónica Simón Bolívar.

Intendant Christoph Lieben-Seutter im großen Saal der Elbphilharmonie.
Intendant Christoph Lieben-Seutter im großen Saal der Elbphilharmonie.Foto: dpa/Axel Heimken

„Schön und rau steht die Elbphilharmonie mitten im Herzen der Stadt. Schon ihre Lage fordert uns dazu heraus, sie zu einem Haus für alle zu machen“, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Die Elbphilharmonie sei ein demokratisches Gebäude und kein Musentempel für die oberen Zehntausend, sie mache Kultur für jeden erschwinglich. Der Vorverkauf beginnt am 20. Juni; Karten für die Eröffnungskonzerte werden im Mai auf der Website der Elbphilharmonie verlost.

Der spektakuläre Glasbau der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron war in die letzten Jahren wegen Kostenexplosion und Bauverzögerungen in die Schlagzeilen geraten. Ursprünglich sollte die Elbphilharmonie in der Hafencity 77 Millionen Euro kosten, die Kosten belaufen sich mittlerweile jedoch auf 789 Millionen. Wenn es bei der Eröffnung Anfang 2017 bleibt, beläuft sich die Bauzeit auf fast zehn Jahre. Der große Konzertsaal soll im Juni 2016 fertiggestellt sein, die Schlüsselübergabe ist für den 31. Oktober vorgesehen; die Plaza des Gebäudes mit ihrem Hamburg-Panoramablick soll Anfang November geöffnet werden. dpa/Tsp

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