Kultur : Hans-Christian Schink

Michael Zajonz

Bekannt geworden ist Hans-Christian Schink mit „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“, einer Fotoserie neuer Autobahn- und ICE-Trassen im Osten, die vor zwei Jahren im Gropius-Bau zu sehen war. Inzwischen zieht es den 1961 geborenen Fotografen, der von 1986 bis 1991 in Leipzig studiert hat, in fernere Gefilde. Treu geblieben ist er sich dabei allemal. Die Galerie Kicken zeigt erstmals fünf 1,78 mal 2,11 Meter große Farbfotos, die 2005 während einer zweiwöchigen Vietnam-Reise entstanden sind (5er Auflage, je 11 000 Euro). Eigentlich wollte der Künstler die von den Amerikanern vor 35 Jahren mit dem Entlaubungsmittel „Agent Orange“ besprühten Felder und Wälder fotografieren. Gefunden hat er sie nicht. Stattdessen entdeckte Schink Landstriche voller verschiedenster Grüntöne, mal üppig wogend, mal bis in feinste Grau- und Blaunuancen verästelt, mal spröde verdorrt. Und stets von einem Schink-typischen, dunstig hellen Himmel hinterfangen. Der kluge Chronist geht weder der Exotik des Urwalds auf den Leim noch dem charmanten Chaos von Hanoi.

Kicken Berlin, Showroom I, Linienstraße 155, bis 24. Juni; Dienstag bis Sonnabend 14 – 18 Uhr.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben