Kultur : Hans Ottomeyer neuer Direktor des DHM in Berlin

BS

Das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin hat nach halbjährigem Intermezzo einen neuen Leiter. Gestern bestimmte der Aufsichtsrat des DHM den 54-jährigen Kunsthistoriker Hans Ottomeyer zum Generaldirektor des Museums, wie Kulturstaatsminister Michael Naumann auf einer anschließenden Pressekonferenz bekannt gab. Ottomeyer tritt die Nachfolge von Christoph Stölzl an, der das DHM im vergangenen November überraschend verlassen und zur Tageszeitung "Die Welt" gewechselt war, ehe er kürzlich das Amt des Berliner Kultur- und Wissenschaftssenators übernahm.

Naumann nannte die Wahl Ottomeyers unter 31 Bewerbern durch den Aufsichtsrat "außerordentlich gelungen". Der künftige DHM-Chef leitet seit 1996 die Staatlichen Museen in Kassel. Zuvor war er zwölf Jahre lang stellvertretender Leiter des Münchner Stadtmuseums, die ersten vier davon unter Stölzl, der 1987 zum Gründungsdirektor des DHM berufen wurde. Der studierte Kunsthistoriker ist mit einer Vielzahl historischer und kulturgeschichtlicher Ausstellungen hervorgetreten, darunter "König Max I. Joseph und der neue Staat" (1981), "Biedermeiers Glück und Ende" (1987) und "Katharina die Große" (1998). In Kassel war Ottomeyer zudem mit dem komplizierten Umbau des Schlosses Wilhelmshöhe befasst, in dem die Gemäldegalerie mit ihrer einzigartigen Rembrandt-Sammlung beheimatet ist. Ottomeyer, der auf Lebenszeit berufen wurde, wird sein neues Amt im August oder September diesen Jahres antreten. Sein Hauptaugenmerk wird der Präsentation der ständigen Sammlung im Zeughaus gelten, das nach der derzeitigen Renovierung Ende 2002 oder Anfang 2003 wiedereröffnet werden soll. Ottomeyer betonte gestern, an Berlin reize ihn das "Spannungsfeld zwischen Kunst und Wirklichkeitsbezug."

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