Kultur : Harald Martenstein

Lieblingsbuch

— Cormac McCarthy:

Die Straße. Roman. Aus dem Amerikanischen von Nikolaus Stingl. Rowohlt, Reinbek 2007. 252 Seiten, 19,90 €.

Dieser Roman über die letzten Tage der Menschheit ist von Kritikern mit dem Alten Testament verglichen worden, und das war, glauben Sie’s ruhig, fast keine Übertreibung. Düster, ergreifend. Und eine ganz einfache, klare Geschichte, wie bei fast allen wirklich großen Romanen.

Schnelles Vergnügen

— Erdmöbel:
No.1 Hits. CD. Columbia (Sony BMG),  ca. 18,90 €.

Eine CD, gewiss, aber auch ein literarisches Ereignis. Die übersetzen die großen Pophits ins Deutsche, dass es nur so schnackelt. „What’s new, Pussycat?“ von Tom Jones wird zu „Was geht, Muschikatz?“. Eine geniale Band.

Klassiker

— Richard Yates:
Easter Parade. Roman. Aus dem Amerikanischen von Anette Grube. DVA, München 2007. 304 Seiten, 19,95 €.

Yates, der sich schon vor Jahrzehnten totgesoffen hat und zu Lebzeiten nie den ganz großen Erfolg hatte, war mindestens genauso gut wie Philip Roth oder John Updike, nein, besser, härter, jeder Satz wie Kristall, und jetzt endlich kriegt die Welt es mit.

Augen- und Ohrenweide

— Hanno Rauterberg:
Und das soll Kunst sein? S. Fischer, Frankfurt a. M. 2004. 256 Seiten, 16,90 €.

Wer jemals ratlos vor moderner Kunst stand, und tun wir das letztlich nicht alle, wird dieses Buch lieben. Der Autor erklärt die Bluffs der sogenannten Großkünstler und bringt uns bei, die Phrasen der Kritik und der Galeristen zu durchschauen.

Zum Schlauwerden

Katja Lange-Müller: Böse Schafe. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007. 208 Seiten, 16,90 €.

West- Berlin 1987. Sie tut alles für ihn. Er stirbt. Sie findet eine Art Tagebuch. Und kein Wort über sie steht darin. Mit diesem geradezu weisen und herzzerreißenden Roman übers Lieben und Leiden ist Katja Lange-Müller fürs Erste zu meiner deutschen Lieblingsautorin geworden.

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