Kultur : Harald Tribune

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Martenstein macht sich Gedanken über den Potsdamer Platz

Jede neue Berlinale bedeutet zuvörderst, dass man mal wieder zum Potsdamer Platz geht. Ich kenne eigentlich niemanden, der sich außerhalb der Berlinale längere Zeit am Potsdamer Platz aufhält, außer, er hat dort eine Reifenpanne. We Berliners don’t go there and if you give us money for it.

Im Fernsehen dagegen zeigen sie oft den Potsdamer Platz, wie er schwarz ist von Menschen. Solche Bilder kann man heutzutage digital bearbeiten. Einmal haben sie beim Bearbeiten einen Fehler gemacht. Man sah im Fernsehen Saddam Hussein, wie er mit seinem Nikolausbart bei „Gosch“ hineinging, zusammen mit dem Kannibalen. Da habe ich gemerkt, dass es alles Fälschungen sind.

Der weltweit berühmteste Deutsche ist zur Zeit der Kannibale. Viele ausländische Berlinale-Besucher sind deswegen verunsichert. Sie fragen: „What does Schwäbische Küche exactly mean?“

In Hollywood wollen sie die Sache mit dem Kannibalen verfilmen. Hugh Grant hat angeblich gesagt: „Ich würde gerne den Kannibalen spielen.“ Die „B.Z.“ hat deutsche Produzenten gefragt, ob die Story sie reizt. Alle sagen: „Zu eklig.“ Atze Brauner hat immerhin Brad Pitt für die Rolle des Opfers vorgeschlagen. Als Vorspeise verzehren sie erst mal gemeinsam Winona Ryder in Weißwein gedünstet, weil, Dünsten ist in und es muss ja eine Frau in die Story hinein. Aber man sieht nicht ihre Nippel, das ist in Amerika tabu, wie man an Janet Jackson gesehen hat. Die Deutschen ekeln sich vor Kannibalismusfilmen. Bei den Amis sind es die Nippel. So verschieden sind die Kulturen!

Der Eröffnungsfilm ist eine Art Kriegswestern. Bei „Western“ denkt man automatisch an gebratene Bohnen, oder. Bei „Bohnen“ aber denkt jeder an Heinz. Die Frau des Möglicherweisepräsidenten John Kerry ist die Besitzerin von Heinz, Dosenbohnen & Ketchup. John Kerry ist also ein Kandidat der Ketchup- und Dosenbohnenindustrie. Während George W. Bush ein Kandidat der Ölindustrie ist. Sie sind allerdings beide strikt dagegen, dass man die Nippel sieht.

Bei der Pressekonferenz zum EröffnungsHollywoodfilm, der in Rumänien gedreht wurde, lobten alle Rumänien. Der Regisseur sagte: „Wir haben aus Rumänien viel mitgenommen.“ Die Türken, Russen und Deutschen haben das auch schon getan. Das ist vielleicht das große Problem von Rumänien. In der Redaktion rufen sie: „Die Glosse ist zu lang!“ Das Problem des Potsdamer Platzes kann hier deshalb nicht verhandelt werden.

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