Kultur : Harry Kupfer: Der Regisseur feiert seinen 65. Geburtstag

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Erwachsene Menschen klettern auf Podeste, knien und kauern am Boden, schauen skeptisch drein. Harry Kupfer probt Mozarts "Idomeneo" an der Komischen Oper Berlin. Zehn Jahre ist das jetzt her. Dass der Regisseur - ein Enkel Walter Felsensteins in Sachen realistisches Musiktheater - seine Chorsolisten letztlich immer überzeugen konnte, das lehrt nicht nur der Mozart-Zyklus des Hauses an der Behrenstrasse. "Sinnlichkeit ist eines der Zauberworte des Theaters", äußerte der gebürtige Berliner einmal. "Es sind immer Geschichten von Menschen für Menschen, die mich zur Auseinandersetzung mit den Fragen des Lebens zwingen." Kupfer hat das Inszenieren von der Pike auf gelernt: als Regieassistent in Halle, als Oberspielleiter in Stralsund, als Operndirektor in Weimar und Dresden. 1981 wechselte er an die Komische Oper und avancierte hier zu einem der renommiertesten Künstler der DDR. Unter seiner Regie entstanden international rund 200 Inszenierungen: Sein "Ring" mit Daniel Barenboim bei den Bayreuther Festspielen 1988 bleibt dabei ebenso im Gedächtnis wie die hochgelobte DDR-Erstaufführung von Aribert Reimanns "Lear" 1983. Auf besonderen Wunsch des Komponisten wird Kupfer Reimanns neue Oper "Bernarda Albas Haus" uraufführen - am 30. Oktober in München. Heute wird Harry Kupfer, der mit der Saison 2001/2002 seinen Abschied von der Komischen Oper nimmt, 65 Jahre alt.

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