Kultur : Harry und Homer schönen die Bilanzen Rückgang bei den Kinobesucherzahlen

Michael Luger

Wenigstens die Kinobetreiber freuen sich über den bisher eher unterkühlten Sommer. Es sind vor allem die Juli- und Augustwochen, die mit Blockbustern wie „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ (bisher 6,6 Millionen Besucher) und „Die Simpsons – Der Film“ (4,1 Millionen) die sonst recht dürftigen Kinobesucherzahlen in einem besseren Licht erscheinen lassen. In den ersten Monaten 2007 waren noch starke Rückgänge zu verzeichnen, mittlerweile steht das Besucherminus durch den sommerlichen Aufschwung nur mehr bei 1,67 Prozent.

Wohl nicht zuletzt deshalb hat der Verband der Filmverleiher (VdF) besonders lange gewartet, um die aktuellen Daten zu präsentieren und – entgegen der üblichen Praxis, Quartals- oder Halbjahreszahlen zu vergleichen – willkürlich den 12. August als Stichdatum ausgewählt. Sieht die Kinowirtschaft mit den Potter- und Simpsons-Zahlen im Rücken doch gleich viel vitaler aus. Die Filmförderungsanstalt (FFA), die über Jahre die Öffentlichkeit ebenso regelmäßig wie zuverlässig über die offiziellen Kinozahlen informierte, gibt die – wohl schlechteren – Halbjahresergebnisse erst am Wochenende bekannt.

Fest steht allerdings, dass sich die Branche nach dem katastrophalen Kinojahr 2005 mit bisher 53,7 Millionen Besuchern an den Wochenenden wieder erholt hat. Im Vorjahr waren es 54,6 Millionen gewesen. Bis Ende des Jahres hofft Thomas Negele vom Branchenverband HDF Kino auf die Zahlen des Vorjahresniveaus. Neben guten Filmen sollen auch Neuerungen wie Digitaltechnik und 3-D-Kino für höhere Besucherzahlen sorgen. Die Kinowirtschaft setzt auf die „unvergleichliche emotionale Qualität“ eines Kinobesuchs, um Home-Entertainment- und TV-Liebhaber wieder vor die Leinwand zu locken. Michael Luger

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