Kultur : Haste Töne

Stephan-Andreas Casdorff

Benny de Weille sagt Ihnen nichts? Nun, schade. Ein toller Klarinettist. Oder Kurt Edelhagen? Aber doch Paul Kuhn, oder? Und für die Jüngeren: Götz Alsmann. Und Andrej Hermlin. Die Rede ist von: Swing.

Ja, Swing ist etwas Besonderes. Nicht nur, weil de Weille einem den Song beibrachte: „Ich nenne alle Frauen Baby.“ Das macht das Leben bequemer, meinte er. Nein, Swing brachte manchem das Tanzen und anderen das Opponieren bei. Es gab Menschen, die für diese Musik zu anderen Zeiten alles riskierten. Sie hörten sie und fühlten sich frei. Und nichts ist verlockender als die Töne der Freiheit.

Ob deswegen Roger Cicero keine Chance beim Eurovision Song Contest hatte? Ob die Menschen in den vielen Ländern, die ihm keine Punkte gaben, nicht mehr wissen, wofür Swing auch steht? Vielleicht etwas schrill gesagt: für einen politischen Song, der ins Blut geht. Ciceros „Frauen regier’n die Welt“ ist, bei genauem Hinhören, so einer. Da wippen selbst die Paschas mit. Aber mit dem Swing lebt die Hoffnung weiter. Länger als der Song Contest. Stephan-Andreas Casdorff

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