Kultur : Hauke Brunkhorst studiert die Werke von Hannah Arendt

Katja Mertin

"In-der-Welt-Sein" ist für Hannah Arendt die elementare Voraussetzung für das Gelingen politischer Gemeinschaft. Am Verhältnis zur Welt orientiert sich auch die Gliederung dieser Studie des Arendtschen Werkes. Einen Schwerpunkt bildet Arendts Theorie über die Ursprünge des Totalitarismus, dessen Kennzeichen der "Weltverlust" ist. Staatliche Funktionen und kapitalistische Produktion entwickeln sich zum Selbstzweck. In den Lebenswelten der Menschen schwindet der Raum für sprachlichen Austausch, der für Arendt politisches Handeln erst möglich macht. Übrig bleiben entsolidarisierte Nicht-Bürger. "Welterschließung" kann nur über Volkssouveränität und Menschenrechte erfolgen. Beides sieht Arendt im europäischen Nationalstaat vereint, bis sie später erst dem Rechtswillen des "völkischen Mobs" zu misstrauen beginnt und das Konzept des Nationalstaats zu Gunsten einer basisdemokratischen Räterepublik verwirft.Hauke Brunkhorst: Hannah Arendt. Beck Verlag, München 1999. 184 Seiten. 22 DM.

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