Haus der Kulturen der Welt : Liebe global

Das HKW blickt auf das Jahr 1989 zurück

Anna Pataczek

Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) feiert in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen. Im Frühjahr 1989 wurde es als Gemeinschaftsprojekt von Bund und Berlin in der ehemaligen Kongresshalle am Tiergarten gegründet. Nur wenige Monate später fiel die Mauer, das Gebäude rückte in die Mitte des neuen Berlin. Das wäre schon ein Grund, auf dieses Jahr zurückzublicken. Das HKW fragt weiter: Was geschah zeitgleich und von weltweiter Bedeutung in anderen Ländern?

Unter dem Motto „1989 — Globale Geschichten“ widmet sich das Haus vis-à-vis dem Kanzleramt sechs verschiedenen Ereignissen. In China kam es zum Massaker auf dem Tiananmen-Platz, die sowjetischen Truppen zogen aus Afghanistan ab, in Lateinamerika begann eine neue Wirtschaftsära. Das Programm mit Gesprächen, Filmen und Ausstellungen haben unter anderen der im Exil lebende chinesische Lyriker Yang Lian und der deutsch-iranischen Schriftsteller Navid Kermani zusammenstellt. Die Thementage (19. bis 22. Februar) sind der Anfang umfangreicher Geburtstagsfeierlichkeiten, die Intendant Bernd M. Scherer am Donnerstagabend in seinem Haus erläuterte. „Wir stellen inzwischen nicht mehr nur andere Kulturen vor, wir bringen Weltwissen in eine innerdeutsche Diskussion“, sagte Scherer mit Blick auf die vergangenen Jahre.

Die internationale Konferenz „Beyond Multiculturalism“ sucht im Juni nach Konzepten für die Einwanderungsgesellschaft. Im September steigt dann die große Geburtstagsfeier mit „Neun Happenings“. Der Performancekünstler Rirkrit Tiravanija plant zusammen mit Freunden, darunter Musikern, Literaten und ein Koch, verschiedene Aktionen im HKW. Geboten werden Performances, eine Koch- und eine Fashionshow.

Zum ersten Mal in diesem Jahr findet das Festival „Pictopia“ statt (17. März bis 3. Mai), bei dem sich alles um Piktogramme, figürliche Darstellungen und ihre Sprache dreht – eine Sprache, die weltweit verstanden wird. Die erste Geburtstagsfeier des Jahres steigt am 21. Februar. Dann laden das HKW und Love-Parade-Erfinder Dr. Motte zur Techno-Party. Die Loveparade gab es nämlich auch 1989 zum ersten Mal. Anna Pataczek

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