Kultur : Haus der Kulturen der Welt streicht Konzertreihen

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Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) streicht sein Konzertprogramm zusammen. Weder die „Transonic“Reihe für Neue Musik noch das „Festival of Sacred Music“ erhalten eine Neuauflage. „Wir bekommen weniger Subventionen vom Bund“, erklärt Intendant Hans-Georg Knopp die Maßnahme. Da das Haus vorwiegend interdisziplinäre Projekte mit verschiedenen künstlerischen Medien wie Film, Musik oder Performance fördern möchte, fallen musikalische Schwerpunkte dem Rotstift zum Opfer.

Auch das überaus beliebte „popdeurope“-Festival steht kurz vor dem Aus. Mit Mitteln des Hauses sei es nämlich trotz des großen Erfolges nicht mehr zu finanzieren. „Wir bieten aber befreundeten Institutionen an, das Festival zu übernehmen und bei uns stattfinden zu lassen“, so Knopp. Das 2001 im Haus eingeführte „popdeurope“ war ein Publikumsmagnet für Jugendliche. Will das Bundeshaus nun das junge Volk vertreiben? „Unsinn – Besucherbefragungen, die wir außerhalb des Popfestivals durchgeführt haben“, sagt Knopp, „zeigen, dass 40 Prozent unserer Besucher jünger als 29 Jahre sind.“ Der Intendant verspricht, künftig einige Projekte, die in den Konzertreihen beheimatet waren, in andere Festivals zu integrieren. Doch die Einsparungen gehen noch darüber hinaus: Das HKW hat bereits seinen monatlichen Programm-Flyer eingestellt, da der nur von einem kleinen Teil der Besucher als Informationsquelle genutzt werde. Ferner muss die Organisation im Haus künftig auf einige freie Mitarbeiter verzichten. Das HKW sei aber kein sinkendes Schiff, meint Knopp: „Im Sommer 2006 wird zwar die Kongresshalle zur Sanierung geschlossen, trotzdem werden wir zur Fußball-WM Musik und Tanztheater aus Brasilien zeigen.“ RM

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