Kultur : Hausfreunde

Die Fine Art Fair Hamburg bietet Rares aller Epochen

Claudia HerstattD

Der Veranstaltungsort ist nicht nur ein besonderer Rahmen, sondern auch Messlatte für Qualität: Zum zehnten Mal gastiert die Fine Art Fair im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. 19 namhafte Händler, von denen viele an der Tefaf in Maastricht teilnehmen, bieten in einer offenen, dialogbetonten Inszenierung Werke von der Antike über die klassische Moderne bis hin zum Zeitgenössischen.

Brockstedt aus Hamburg wartet mit einem Akt von Felix Valloton von 1917 auf, der 105 000 Euro kosten soll. Die zeitgenössische Sammlung Harald Falckenberg bereichert die Messe mit Leihgaben von Olaf Breuning. Das Spektrum der kleinen, eleganten Kunst- und Antiquitätenmesse umfasst überdies außereuropäische Objekte. Dazu trägt neben Dierking aus Köln die Brüsseler Galerie Georgia Chrischilles als Neuaussteller bei. Sein Debut an der Alster gibt auch William Thuillier (London) als Experte für Alte Meister. Neu im Konzert der Händler sind die Ming-K‘i Gallery aus Belgien mit fernöstlicher und präkolumbianischer Kunst und der Juwelier Hansen aus der Hansestadt mit antikem Schmuck. Als Sensation darf der Tisch „Modell MR 150/3“ von Mies van der Rohe um 1930 gelten, den Sebastian Jacobi (Bad Ems) für 320 000 Euro anbietet. Von diesem Entwurf gibt auf dem Markt sonst lediglich Nachkriegsanfertigungen. Beck & Eggeling aus Düsseldorf präsentieren etwa 40 Arbeiten von Lyonel Feininger. Thomas le Claire (Hamburg) zeigt einen liegenden Akt aus dem Jahr 1902 von Gustav Klimt.

Ob Arbeiten auf Papier bei Martin Moeller oder Thole Rotermund oder Antiken bei Gordian Weber (Köln), einem Thonet-Stuhl von 1856 aus dem königlichen Besitz des Hauses von Hannover bei Sebastian Jacobi (Bad Ems), Vintage-Fotografie von Herbert List bei Flo Peters (Hamburg) – die Mischung sorgt für den Charme der renommierten Kunst- und Antiquitätenmesse. Passend zum diesjährigen Motto „Kunst und Musik“ zeigen der Kölner Händler Hubertus Erfurt einen Notenständer um 1825 und C.G. Boerner (Düsseldorf) das rare Blatt einer „Musizierenden Gesellschaft“ aus dem Stammbuch von Daniel Prasch (1590). Nicht zu vergessen: die historischen Instrumenten aus der berühmten Sammlung Andreas Beurmann, die während der Messe gespielt werden. Claudia Herstatt

Fine Art Fair, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; bis 4.10. tgl. 11-18 Uhr, www.fine-art-fair.de.

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