Kultur : Héctor Abad

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Der wirkliche Ort der Schrift befindet sich innerhalb der Wände meines Schädels. Einen Roman schreiben bedeutet, sich in einer Obsession zu verlieren, in der alles, was man in der Wirklichkeit erlebt (Stimmen, Lektüren, Musik, Geräusche, Reisen, Orte) durch den Filter des Buches hindurchgeht. Im Sieb des Kopfes bleibt das Brauchbare hängen. Wenn einem das Buch verfolgt, schreibt man nachts, wenn man nicht schlafen kann, aber auch im Schlaf selbst. Die Lösungen für meine Bücher habe ich in einem nichtrationalen Teil meines Kopfes gefunden, während ich schlafe.

Héctor Abad, 1958 in Medellin, Kolumbien, geboren, lebt zurzeit als DAAD-Stipendiat in Berlin. Bei Wagenbach ist sein „Kulinarisches Traktat für traurige Frauen“ erschienen. (9.9., 18 Uhr, Foyer im HdBF, 10.9., 18 Uhr, Buchhändlerkeller; 14.9., 19.30 Uhr, Instituto Cervantes)

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