"Heine-Preis-Eklat" : Staeck: Akadamie will "Fall Handke" diskutieren

Die Berliner Akademie der Künste plant über die gescheiterte Vergabe des Düsseldorfer Heinrich-Heine-Preises an den Schriftsteller Peter Handke eine öffentliche Diskussion.

Berlin - Das kündigte ihr Präsident Klaus Staeck am Samstag an. Zu der vermutlich im August stattfindenden Veranstaltung unter dem Motto «Der politische Künstler» sollen Schriftsteller und andere Teilnehmer eingeladen werden, darunter Akademiemitglieder und auch Persönlichkeiten, die der Berliner Künstlersozietät nicht angehören. Namen wurden noch nicht genannt.

Handke hatte den Heine-Preis abgelehnt. Vorangegangen waren öffentliche Kontroversen. Dabei ging es um Handkes politische Haltung zu Serbien und dem Ex-Diktator Slobodan Milosevic. Offen war auch, ob der Düsseldorfer Stadtrat die Zuerkennung des Preises an Handke durch eine Preisjury bestätigt oder zu Fall gebracht hätte.

Die Meinungen über den Fall gehen laut Staeck auch innerhalb der Akademie sehr weit auseinander, weil hier grundsätzliche Fragen des Verhältnisses von Künstlern zur Politik und Gesellschaft berührt würden. «Kann man den Künstler trennen vom Staatsbürger nach dem Motto "Den Künstler finden wir großartig, aber beim Staatsbürger hören wir lieber gar nicht hin, was der sagt", wie es doch schon bei Heinrich Böll oder Joseph Beuys der Fall war», sagte der Akademie- Präsident und politische Plakatkünstler der dpa. «Das ist ein spannendes Thema und berührt das Selbstverständnis der Künstler.» (tso/dpa)

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