Kultur : Heine-Preis: Handke verzichtet

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Wegen massiver Kritik hat der österreichische Schriftsteller Peter Handke auf den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf verzichtet. Er wolle weder seine Person noch sein Werk weiterhin den „Pöbeleien“ von Parteipolitikern ausgesetzt sehen, hieß es in einem gestern veröffentlichten Brief an den Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU). Das Stadtoberhaupt nannte die Auseinandersetzung um die Zuerkennung des Preises, die wegen der Sympathien des Autors für den serbischen Ex- Diktator Slobodan Milosevic scharf kritisiert worden war, eine Hetzjagd auf Handke.

Die Auszeichnung soll nun in diesem Jahr überhaupt nicht vergeben werden. „Dass man einen freien Geist wie Handke seitens der Politik derart undifferenziert und mit großer Ignoranz durch die Medienlandschaft hetzt, ist einmalig“, sagte Erwin: „Ich habe ihn nach Düsseldorf eingeladen und hoffe, dass er kommt.“ Die Fraktionsgeschäftsführerin von Bündnis 90/Die Grünen im Düsseldorfer Rathaus, Karin Trepke, sprach hingegen von einem „merkwürdigen Männerbündnis zwischen Handke und Erwin. Dass der Dichter auf den Preis verzichtet, begrüße ihre Fraktion ausdrücklich. dpa

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