Kultur : Heine-Preise für Peter Handke: Lob und Proteste

-

Die Vergabe des Heinrich-Heine-Preises (50 000 Euro) an den österreichischen Autor Peter Handke stößt wegen dessen proserbischer Haltung auf geteilte Reaktionen. „Emma“-Chefin Alice Scharzer nannte die Jury-Entscheidung „couragiert“; Handkes Mut hätte Heine vermutlich imponiert: „In einer Zeit der allgemeinen Verteufelung von Serbien hat er gewagt, sich gegen die einseitige Schuldzuweisung zu stellen. Und das ziemlich allein.“ Der Literaturkritiker Marcel ReichRanicki nennt die Auszeichnung im Gespräch mit „faz.net“ hingegen „eine empörende Beleidigung und Verhöhnung des Dichters Heine“. Der Leiter des Düsseldorfer Heinrich-Heine-Instituts, Joseph Kruse, meinte, der Autor habe sich zunehmend „verrannt“, trotzdem könne es kontraproduktiv sein, wenn er wie ein „Pestkranker“ ausgestoßen werde. Die Schriftsteller Günter Grass und Dieter Forte wollten sich zum Votum der Jury nicht äußern. dpa /Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben