Kultur : Heiter? Weise!

KLASSIK

Frederik Hanssen

Franz von Suppé – ist das nicht der mit der „Leichten Kavallerie“? Dieser Unterhaltungsmusikant soll ein Requiem geschrieben haben? Ja, der Operettenkomponist, der ab 1860 in Wien mit Komödien wie „Das Pensionat“ oder „Die schöne Galathee“ Erfolge feierte, hat auch eine Totenmesse geschrieben (als Neuaufnahme bei Virgin ). Das groß angelegte Opus kann sich neben den Beiträgen ernsthafter Zeitgenossen zu diesem Genre hören lassen, erweist sich Suppé doch als gewiefter Tonsetzer und Kontrapunktiker in bester katholischer Kirchenmusiktradition.

Nach dem Tod seines Freundes Franz Pokorny begann er im August 1850 mit der Arbeit an der Partitur, die sich fünf Jahre hinzog. Der in Split geborene k.u.k-Kosmopolit Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavaliere von Suppé Demelli hatte zunächst in Padua ein Jurastudium begonnen, bevor er sich dem Komponieren zuwandte. Sein Requiem würzt er mit den effektvollen Tricks der musikalischen Italianità und setzt atmosphärische Kontrapunkte zum strengen „alten“ Stil. Chor und Orchester der Calouste Gulbenkian Foundation aus Lissabon nehmen sich unter Leitung von Michel Corboz der Partitur mit großem Ernst an. Am Ende des Tränentals, so die sanften Melodien dieser Musik, ist Hoffnung: für die, die gegangen sind, wie für jene, die zurückbleiben mussten.

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