Kultur : Henri Lopes

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Mein bevorzugter Ort des Schreibens befindet sich in der Zeit am Vormittag. Wenn der Himmel meines Gehirns noch klar, rein, von keiner Wolke besetzt, von keinem muffigen Geruch verschmutzt ist. Ich habe keine Vorliebe für einen bestimmten Ort, obwohl ich mich sicherer in meiner Höhle fühle, von einer Welt aus Wörterbüchern in Armesweite umgeben. Ich brauche aber die Stille, die sich wiegt. Wenn schließlich das Licht von hinten auf mein Blatt fällt oder es zumindest von schräg beleuchtet, dann ist alles in Ordnung, und ich lichte die Anker.

Henri Lopes, 1937 als Sohn von Mestizen im Kolonialstaat Kongo geboren, studierte in Frankreich Literaturwissenschaft und arbeitete dort u.a. als stellvertretender Generaldirektor der Unesco. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der sozialistischen Arbeiterpartei im Kongo und war in den siebziger Jahren Ministerpräsident seines Landes. Seine Romane loten die Fragen einer afrikanisch-europäischen Identität aus. (14.9., 19 Uhr, Seitenbühne im HdBF; 15.9., 19 Uhr, Institut Français)

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