Kultur : Herzchen, Schmerzchen

Geschlechterkriegslustig: „Laws of Attraction“

Martin Schwickert

Arme Julianne Moore. Mag ja sein, dass nach den Leidensrollen in „The Hours“ und „Dem Himmel so fern“ eine romantische Komödie opportun erschien. Aber Peter Howitt geht in „Laws of Attraction“ derart frevelhaft mit den Talenten seiner Hauptdarstellerin um, dass man ihn dafür verklagen möchte. Moore spielt die hypererfolgreiche Scheidungsanwältin Audrey Woods und lässt sich in das Klischeekorsett der New Yorker Karrierezicke zwängen, die durch ihren beruflichen Erfolg das fehlende Liebesglück zu kompensieren versucht.

Zu viele Ehen hat Audrey schon vor Gericht zerbrechen sehen, um noch an die selig machende Institution glauben zu können. Klar, dass dieser Frau geholfen wird, und noch klarer, dass Mr. Right erst einmal als Mr. Wrong auftreten muss, um die Ringelpietz-Dramaturgie in Gang zu halten. Pierce Brosnan spielt den Anwaltskollegen Daniel Rafferty, der durch seinen lässigen Lebemannstil die kontrollsüchtige Konkurrentin herausfordert und das verkrustete Frauenherz zu erweichen sucht.

Aber die Karten sind arg ungleich verteilt. Brosnan sonnt sich statisch-selbstgefällig in Männercharme, während Julianne Moore sich mit sichtbarem Widerwillen von der Zimtzicke zum geläuterten Herzchen wandelt. Wieviel eleganter sind da Katharine Hepburn und Spencer Tracy in George Cukors „Ehekrieg“ (1949) umeinander geschnurrt, von dem sich die Filmemacher ihre Grundidee ausgeliehen haben! Von ihm auch hätten sie lernen können, dass die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern ständig in Bewegung bleiben müssen, wenn eine Screwball-Komödie richtig abgehen soll.

Adria, Cinemaxx Potsdamer Platz, Colosseum, Cubix am Alex, Cinestar Sony Center (OV) und Tegel, Zoo Palast

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