Kultur : Herzenssache

Maestro Zubin Mehta zum 70. Geburtstag

Sybill Mahlke

Zubin Mehtas Huldigung an die Jupitersinfonie bleibt einer der schönsten Beiträge zum Mozartjahr. Er sagt in der Berliner Philharmonie, dass dieses Werk kein Einleitungsstück sein dürfe, wie das Programm mit den Wiener Philharmonikern es vorsah, sondern den Abend am Ende krönen müsse. Dafür gibt er den „Sacre“ als Finaleffekt auf – zu Gunsten der „unglaublichen Jupitersinfonie“. Eine weise Umstellung, von Liebe diktiert.

Die Bayerische Staatsoper, deren GMD Mehta seit 1998 ist, hat zu seinem heutigen 70. Geburtstag ein Sonderheft herausgegeben. Verehrung für den Maestro aus Bombay, der nach dem Studium in Wien schnell zum „Liebling Europas und Amerikas“ aufgestiegen ist: Chef bei den Philharmonikern von Los Angeles, ab 1978 bei den New Yorkern als Nachfolger von Pierre Boulez. Operndirigent in Florenz, San Francisco, London, Wien, Salzburg, Mailand, Berlin. Seine Interpretationen romantischer Musik können ins Pastose gleiten, aber auch Spannung aus der unerhörten Nuance gewinnen. Souveräner Handwerker, Musiker ohne Grenzen. Aribert Reimann dankt ihm für die Uraufführung seiner Oper „Bernarda Albas Haus“.

Berlins Philharmonikern ist Mehta seit 1961 verbunden, dem Israel Philharmonic Orchestra als Direktor auf Lebenszeit. Seit 50 Jahren ist er mit Daniel Barenboim befreundet. Als die Berliner Philharmoniker 1990 unter Barenboim erstmals Israel besuchen, begrüßt Mehta sie in Tel Aviv: Es sei ein „ersehnter Tag“. Dann dirigiert er die Berliner mit den Israel Philharmonikern zusammen: Was für ein „Joint Concert“!

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