Kultur : Herzogenrath kritisiert Marx & Bastian

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Während Museums-Generaldirektor Peter-Klaus Schuster und der Hamburger-Museums-Chef Eugen Blume bei der Pressekonferenz zur „Schmerz“-Ausstellung betonten, es seien genau solche Ausstellungen, die ein „Museum der Gegenwart“ auszeichnen, hat der Direktor der Bremer Kunsthalle, Wulf Herzogenrath, das Museum heftig kritisiert. Im Interview mit der „Zeit“ ging er auf den Streit um die Sammlung Marx nach dem Rücktritt von dessen Kurator Heiner Bastian ein und sagte, man habe Erich Marx dort „viele Sonderrechte eingeräumt, letztlich auf Kosten des staatlichen Museums“.

Herzogenrath, der von 1989 bis 1994 Kustos an der Berliner Nationalgalerie war und unter anderem den Aufbau des Hamburger Bahnhofs konzipierte, wirft Heiner Bastian außerdem vor, er habe „als eine Art Direktor im Hamburger Bahnhof schalten und walten“ können – obwohl Bastian Kunsthändler ist. Viele hätten schon gespottet, Berlins Museen seien „Bastians Schaufenster, sein Showroom“. So habe Bastian beispielsweise Luc Tuymans überreden können, ihm Bilder zu verkaufen, „weil er vorgab, sie für den Hamburger Bahnhof zu erwerben“. Peter-Klaus Schuster und Klaus-Dieter Lehmann als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz seien erst vor drei Jahren „verdammt spät“ eingeschritten. „Jetzt rächt sich das: Sie werden unflätig beschimpft von der Natter, die sie zu lange genährt haben.“ Der 63-jährige Herzogenrath ist heute Direktor der Kunsthalle Bremen. Tsp

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