Kultur : Hey Biene, nichts geht über Honig

Steffen Richter

Irgendwie geht es ja doch meistens um Liebe. Das hat kürzlich sogar Papst Benedikt XVI. in seiner ersten Enzyklika verkündet. Dort ist sie freilich mono – eine Frau und ein Gott müssen reichen fürs Leben. Nichts also von Seitensprüngen, kuriosen Obsessionen, von denen Romane erzählen. Einer, der sich mit Variationen zu diesem Thema in die Bestsellerlisten katapultiert hat, ist Marc Lévy – eine Art Kontrastprogramm zu Landsmann Michel Houellebecq. Denn bei Lévy herrscht weder Misanthropie noch Zivilisationshass oder Konsumekel. Stattdessen dreht sich alles um Liebe, Freundschaft, Schönheit und tiefe Gefühle. Dass diese Versöhnlichkeit menschliche Größe voraussetzt, lässt sich erst vor dem Hintergrund von Lévys biografischen Erfahrungen ermessen: Seine Großeltern wurden nach Auschwitz deportiert. Am 2.2. (18 Uhr) kommt der französische Erfolgsautor zur Deutschlandpremiere seines neuen Romans „Zurück zu dir“ (Knaur) ins Kulturkaufhaus Dussmann (Friedrichstr. 90, Mitte).

Nun liebt der Mensch meist seinesgleichen. Bären sind da schon seltener. Wohin Tierliebe führen kann, zeigt sich heute im Buchhändlerkeller (20 Uhr 30, Carmerstr. 1, Charlottenburg). Da kommen etliche Spezialisten zusammen, um dem Objekt ihrer Leidenschaft zu huldigen: Pu dem Bären . Seit Alan Alexander Milne das Wesen „von sehr geringem Verstand“ 1926 für seinen Sohn Christopher Robin erfand, geistern Pu und seine Gefährten durch die kollektive Fantasie. Sogar zum Gegenstand akademischer Betrachtungen ist der Kinderbuch-Klassiker nicht zuletzt dank Harry Rowohlts Übersetzung geworden. Man darf gespannt sein, was Jens Jessen („Zeit“) oder Lothar Müller („SZ“) am heutigen 50. Todestag von Milne zur Pu-Kunde beizutragen haben.

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