Kultur : Hilmar Hoffmann

Der Präsident der Goethe-Institute, Hilmar Hoffmann, hat sich strikt gegen die Bildung eines Kulturministeriums und gegen einen Kulturstaatssekretär des Bundes ausgesprochen.Solche Überlegungen seien völlig unrealistisch, da für einen richtigen Ministeriums-Apparat, der etwas bewirken solle, das Geld fehle, sagte Hoffmann.Zum anderen wäre ein Kulturstaatssekretär in der Hierarchie der Bundesregierung anderen Ministern stets unterlegen."Jede Tendenz, um der Kultur zu einem höheren Stellenwert zu verhelfen, ist begrüßenwert", sagte Hoffmann.Doch diese Vorschläge brächten nichts.

Hoffmann hielt den Verfechtern eines Bundeskulturministeriums auch die föderalistische Struktur der Bundesrepublik vor.Eine erforderliche Grundgesetzänderung zur Zentralisierung der Kulturhoheit sei eine "Illusion"."Dafür gibt es nie eine Zweidrittelmehrheit.Die Verfassungsväter haben mit gutem Grund und aus der Erfahrung des Nazi-Regimes den Ländern die Kulturhoheit übertragen", betonte der SPD-Politiker.Zudem profitiere Deutschland vom "Wettkampf" der Länder.Deren Konkurrenz in kultureller Hinsicht, "wie etwa derzeit zwischen Bayern und Berlin, ist überaus wichtig und auch unbezahlbar", meinte Hoffmann.

Vorstellbar sei indes die Verlagerung eines für Kultur zuständigen Ministerialdirektor-Postens aus der Zuständigkeit vom Bundesinnenministerium ins Kanzleramt.Dort müsse die Aufgabe dann aufgewertet werden - "im Rang eines Staatsministers".Dieser sollte dann einen kleinen Apparat und nicht ein "wahnsinnig teures Ministerium" zur Verfügung haben.

Auch die nordrhein-westfälische "Superministerin" Ilse Brusis (SPD), die im Kabinett des neuen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement auch das Kulturressort vertritt, erteilte einem Bundeskulturministerium eine klare Absage."Der Bund hat überhaupt keine Kompetenzen in diesem Bereich", sagte sie.Von den öffentlichen Mitteln, die in Deutschland für die Kultur ausgegeben würden, stammten lediglich fünf Prozent aus Bundestöpfen.Den Rest finanzieren Länder und Kommunen.

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