Kultur : Hinab ins Dunkle

Steffen Richter

Ein bisschen Jahresanfangs-Optimismus gefällig! Fantastisch ist, was die Herren Christian von Aster, Markolf Hoffmann und Boris Koch in ihrem StirnHirnHinterZimmer fabrizieren. Besagter Raum, gelegen im Z-Salon (Bergstr. 2, Mitte), ist ein Laboratorium für „Fantasy, Science Fiction, Märchen, Unheimliches und Groteskes“. Man trifft sich jeden zweiten Donnerstag im Monat und veranstaltet Themenabende. Am 12.1. (20 Uhr 30) heißt es „Hinab ins Dunkle“.

Um das kriminalistische Moment der Woche kümmert man sich im Buchhändlerkeller (Carmerstr. 1, Charlottenburg), dort ist am 12.1. (21 Uhr) der Schweizer Sam Jaun zu Gast. Seinen Ermittler Peter Keller kennt man bereits aus vier Romanen. Jetzt gibt es mit „Tagpfauenauge“ (Cosmos Verlag) auch Kriminalkurzgeschichten um den Bieler Detektiv. In einer verschwindet seine Geliebte, die Dame Wiete. Sie lässt ihn wissen, ein Schicksalsschlag habe sie getroffen, dem könne sie sich nicht widersetzen. Im Übrigen werde sie ihm alles erzählen, wenn sie ihren Koffer abholt. Den aber holt sie nie ab. Wiete, geboren in Argentinien als Kind deutscher Eltern, aufgewachsen bei einer Tante in Wilhelmshaven und abgehauen nach Berlin, ist eine fast so schillernde Person wie die Emine Sevgi Özdamar – geboren in der Türkei, als Gastarbeiterin nach Berlin gekommen, Schauspielschule in Istanbul, Theaterarbeit in Berlin, Bochum, Paris. Am 14.1. (18 Uhr) liest sie aus ihrem Roman „Die Brücke vom Goldenen Horn“ (Kiepenheuer & Witsch) im Hebbel-Theater (Stresemannstr. 29, Kreuzberg). Özdamar-Bücher sind eine hervorragende Jahresanfangslektüre. Es kann so gut wie alles passieren.

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