• Hingehen: Alpen Architektur Tourismus auf dem Pfefferberg: Ich kauf’ mir einen Tiroler Hut

Hingehen: Alpen Architektur Tourismus auf dem Pfefferberg : Ich kauf’ mir einen Tiroler Hut

Das Aedes Architekturforum zeigt eine Ausstellung zu neuen Landschaftsarchitekturen aus Südtirol. In "Alpen Architektur Tourismus" sind Herbergen und Infrastrukturen zu sehen, die die Natur und deren Nutzung versöhnen wollen.

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Eine von fünf begehbaren Skulpturen an der Timmelsjoch-Hochalpenstraße in Südtirol.
Eine von fünf begehbaren Skulpturen an der Timmelsjoch-Hochalpenstraße in Südtirol.Foto: Alexa Rainer

Noch liegt er im Winterschlaf, der Biergarten auf dem Pfefferberg. Still rostet der Grill. Moosige Dekokugeln baumeln an nackten Bäumen. Doch die Vögel zwitschern wacker gegen das Verkehrsgebrause auf der Schönhauser Allee an. Und die Backsteinfassaden glühen warm im Schein der Februarsonne. Auf dem zweiten Hof, im Aedes Architekturforum da riecht es dann vollends nach Sommerfrische. Ein zarter Duft nach Harz und Holz liegt in der Luft. Liegt irgendwo im Eck eine frisch gefällte Lärche? Nein, die Texte und Fotos der hier gezeigten, kleinen Ausstellung "Alpen Architektur Tourismus" sind auf helle Holzplatten gepresst.

Holz, das ein ebenso altehrwürdiger wie moderner alpiner Baustoff ist und die 23 gezeigten neuen Landschaftsarchitekturen aus Südtirol noch mehr prägt als der ästhetisch und bautechnisch beliebte Sichtbeton. Statt die Zersiedelung der Berge durch das Einerlei der mit Balkonen und Satteldächern bewehrten Tiroler Häuser zu betreiben, suchen hier traumschöne Herbergen nach einer Versöhnung von Landschaft und Tourismus, die sich auch in stimmigen Infrastrukturen niederschlägt. Die Raststätte in Lanz auf der Route ins Pustertal etwa gleicht einer unauffällig in den Hang geschmiegten Erdspalte und birgt neben einem Café auch einen Markt mit Erzeugnissen der örtlichen Bauern. Oder die Bergbahn Meran 2000, deren roter, die Technik umschließender Metallwürfel kein hässlicher Störenfried ist, sondern eine aufregende Landmarke im Grau, Weiß und Blau der Bergwelt.

Die könnte auf den Ansturm der Wanderer, Biker und Skifahrer prima verzichten. Mancher Weiler auf 1500 Metern jedoch nicht, der nur aufgrund der Feriengäste noch existiert. Ein ungelöstes Dilemma im alpinen Kulturraum, das beim Schwelgen in Holzduft und Sommerwanderrouten immer mit im Rucksack steckt.

Die Ausstellung "Alpen Architektur Tourismus" läuft bis zum 26. März im Aedes Architekturforum auf dem Pfefferberg, Christinenstraße 18-19, geöffnet Di-Fr 11-18.30 Uhr, Sa/So 13-17 Uhr.

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