Hingehen: Indo-German Filmweekend : Bollywood ist bunter

Das Kino Babylon Mitte in Berlin lädt zum Indo-German Filmweekend. Zu sehen ist auch der Bollywood-Blockbuster "Dilwale" mit Shah Rukh Khan und Kajol.

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Inder auf Island. Shah Rukh Khan und Kajol Devgan in "Dilwale".
Inder auf Island. Shah Rukh Khan und Kajol Devgan in "Dilwale".Foto: Rapid Eye Movies/dpa

Aaah, machen die Damen, und dann brandet auch noch Szenenapplaus auf. Im Kino! Und nur, weil Filmstar Kajol in Rohit Shettys frisch aus Indien importiertem Bollywood-Blockbuster „Dilwale“ erstmals die Leinwand betritt! Die farbenprächtige Krimiromanze mit moralisch zweifelhaftem Inhalt, dusseligen Gags, bulgarischen Stadtansichten und grandiosen isländischen Landschaftspanoramen vereint nach einiger Zeit das Traumpaar der Neunziger wieder: Superstar Shah Rukh Khan und eben die schöne Kajol. Da schlagen die Herzen hoch. Das ist die Liebe, die das samstags beim Indo-German Filmdinner im Babylon Mitte aus zierlichen Inderinnen, türkischstämmigen Kopftuchmädchen und stämmigen Deutschen bestehende Publikum vereint.

Am kommenden Wochenende steht am Rosa-Luxemburg-Platz nun ein ganzes Indo-German Filmweekend (Programm komplett: www.indogerman-filmweek.de) an. Garniert von einem Rahmenprogramm aus Tanz-Workshop, Fotoausstellung und indischer Party sind vom Historien-Blockbuster bis zur Religionssatire zehn Filme zu sehen, die ein vielfarbiges Bild des Subkontinents mit seinen 22 offiziellen Sprachen, sechs großen und vielen kleinen Religionen zeichnen.

Nach der Festivaleröffnung durch den indischen Botschafter am Freitag um 19.30 Uhr läuft S. S. Rajamoulis „Baahubali – The Beginning“, ein in der südindischen Telugu-Filmindustrie produziertes Königsepos, das 2015 alle Kassenrekorde brach. Mit der teils überbordenden Götteranbetung im Land befasst sich die Komödie „OMG – Oh My God“ von Umesh Shukla. Darin verklagt der Filmheld, ein Atheist, Gott – weil die Versicherung die Zerstörung seines Geschäfts durch ein Erdbeben als ein Werk Gottes deklariert. Am Sonnabend um 19 Uhr stellt das deutsche Team von „Original Copy“, einer Dokumentation über Sheikh Rehman, den letzten Kinoplakatmaler Mumbais, den eigenen Film gleich selbst vor. Und im „Stummfilm um Mitternacht“ begleitet Anna Vavilkina an der Kinoorgel die erste deutsch-indische Koproduktion von 1925 – „Light of Asia“ von Franz Osten. Der Film erzählt das Leben des Siddhartha Gautama, genannt Buddha, und begründete doch tatsächlich die Bollywood-Filmindustrie.

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