HINGEHEN : Kickstart mit Kunst

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Das Logo unserer Kolumne "Hingehen". Foto: Tagesspiegel
Das Logo unserer Kolumne "Hingehen".Foto: Tagesspiegel

Auf den Knirps wartet die große weite Welt, sein Fahrrad ist zum Chopper mit Totenkopf-Emblem und Elchgeweih umgebaut. „Oitäähän se miehellä mopo olla“, hat der Kleine seinem Vater erklärt. Zum Glück gibt es eine Übersetzung aus dem Finnischen für Marko Turunens Comic. Der Sprechblasensatz mit den vielen „ä“s lautet: „Ein Mann muss doch ein Moped haben.“ Klar, dass Tikkanens Alter Ego Eero noch viele Abenteuer bestehen wird. Sein Schöpfer hat bereits vier Alben vorgelegt, einen Ausschnitt präsentiert er bis 5. Februar im Finnland-Institut (Georgenstr. 24) zusammen mit weiteren Comic-Künstlern des Landes: Hanneriina Moisseinen, Mari Ahokoivu und Petteri Tikkanen.

Die vier legen einen Kickstart hin für das finnische Jahr, das angebrochen ist, denn im Herbst steht die Frankfurter Buchmesse im Zeichen der skandinavischen Nation. Als Vorposten künstlerischer Aktivitäten der Nordlichter in Deutschland wird in Berlin in den nächsten Monaten eine Ausstellung auf die andere folgen. Noch ist im Salon Dahlmann die Doppelschau von Marianna Uutinen und Anselm Reyle zu sehen (Marburger Str. 3, bis 25. 1.). Die finnische Malerin und der Berliner Künstler ergänzen sich perfekt, beide lieben die Oberfläche, das Spiel mit dem Kitsch. Wer den Hausherrn Timo Miettinen antrifft, bekommt dazu eine Führung durch die hinteren Räume der großbürgerlichen Wohnung zu noch mehr finnischer Kunst: darunter Bilder von Robert Lucander, der inzwischen selbst an der UdK lehrt, an der er einst studierte. Für junge Künstler aus dem Norden ist es ein Muss, nach Akademieabschluss ein Jahr in Berlin dranzuhängen; viele bleiben. Darunter der Fotograf Ola Kolehmainen, der prominenteste Vertreter der Helsinki School, der im Frühjahr im Haus am Waldsee ausstellt. Die Zeit bis dahin überbrückt die finnische Botschaft mit der Schau „Hunger nach Bildern“ im Felleshus (Rauchstr. 1, 16. 1. bis 7. März). Sie soll Appetit machen auf die Literatur ihres Landes. Das Auge isst schließlich mit.

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