HinGEHEN : Liebesleid in der Lagune

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Diese Inszenierung ist ein echter Klassiker: mit opulenten historischen Kostümen, einer Balletteinlage, bei der ätherische Wesen in weißem Tüll über die Szene schweben, und gemalten Bühnenbildern. Ja, tatsächlich, der Dogenpalast, die Ca d’Oro am Canal Grande und ein veritables Segelboot, alles täuschend echt auf Leinwände gepinselt.

Als Filippo Sanjust 1974 Amilcare Ponchiellis Venedig-Drama La Gioconda für die Deutsche Oper szenisch zurichtete, bediente er sich der Originaldekorationen aus der Entstehungszeit des Werkes. Ein Ausstattungstraum: Jedes Mal, wenn sich der Vorhang zu einem neuen Bild öffnet, brandet Applaus auf.

Enzo liebt die Adlige Laura, die Straßensängerin Gioconda liebt Enzo, der Polizeispitzel Barnaba wiederum begehrt Gioconda – und will sie mihilfe einer hinterhältige Intrige zur Liebe zwingen ... Ganz große Gefühle, ganz große Oper, 1876 an der Mailänder Scala ein ganz großer Premierenerfolg. Der auch heute noch begeistern kann – wenn ganz große Sänger aufgeboten werden. Die hat Operndirektor Christoph Seuferle für die aktuelle Aufführungsserie tatsächlich zusammenbekommen (heute, Sonntag, 17 Uhr, sowie am 6. Februar, 18 Uhr).

Eine Melodie übrigens dürfte jeder im Saal wiedererkennen: Seit Ewigkeit wirbt die Tiefkühltortenbäckerei Coppenrath und Wiese nämlich mit einer besonders sahnigen Kantilene aus der Ballettmusik für ihre kalorienmaximierten Produkte.

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