Kultur : Hinterm Horizont

Senat legt Haushaltsentwurf für 2014/15 vor: Die Opern erhalten 14,5 Millionen Euro mehr.

Die Mitglieder des Berliner Halbtagsparlaments müssen derzeit wieder Papierberge wälzen. Der Senat hat den Parlamentariern seinen Entwurf für den Doppelhaushalt 2014/15 zugestellt. Die geplanten Ausgaben für den Kulturbereich werden in einer ersten Lesung bereits am 19. August im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses beraten.

Mit großer Spannung wurde der Entwurf vor allem von den Musiktheatern der Hauptstadt erwartet: Denn seit 2010 gilt für die Beschäftigten der Stiftung „Oper in Berlin“ ein eigener Tarifvertrag, der zu erheblichen Einsparungen geführt hat. Zum 1. Januar 2015 erfolgt dann endlich wieder die Angleichung an den Tarif der beim Land Berlin Beschäftigten. Würde sich der Senat bereit zeigen, die Summen zuzuschießen?, fragte man sich bang bei den Bühnen, oder würden die Haushälter erwarten, dass die Häuser das Geld aus den eigenen Etats herauspressen? Es wurde ein Kompromiss: 20 Prozent müssen die Opern erbringen, 80 Prozent zahlt der Senat. 14,5 Millionen Euro zusätzlich sind ab 2015 eingeplant. Damit wächst der Haushaltsposten der Musiktheatertrias von derzeit 120 765 000 Euro auf 135 265 000 Euro pro Jahr.

Auch die staatlichen Schauspielbühnen erhalten einen finanziellen Ausgleich für Tariferhöhungen. Leer gehen dagegen die Gruppen der Freien Szene aus, ausgerechnet jene Künstler also, die unter den prekärsten Verhältnissen arbeiten. „Der Senat verschätzt sich, welche Wirkung das hat“, kommentiert Sabine Bangert, die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, im Gespräch mit dem Tagesspiegel: „Die Szene ist stinksauer.“

Neben endlosen Zahlentabellen finden sich im Etatentwurf inzwischen übrigens auch „genderrelevante Daten“ zu jedem Haushaltstitel. So erfährt man, dass in der Staatsoper 46 Prozent des Publikums weiblich sind und 54 männlich. An der Komischen Oper verhält es sich andersherum (52 zu 44 Prozent). Besonders auffällig sind die Zahlen fürs Staatsballett: Hier wurden nur 37 Prozent Männer gezählt. F. H.

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