HIPHOP50 Cent : Von der Hood in die Villa

Jörg W,er

Das ganze Elend des HipHop- Jahrgangs 2007 lässt sich an 50 Cents jüngstem Album „Curtis“ aufzeigen: Wie der Rest des Genres – von Ausnahmen abgesehen – ist auch 50 Cent zur klischeehaften Karikatur seiner selbst geworden. Eigentlich unfassbar: Da verkauft der Mann in seiner noch jungen Karriere 25 Millionen Platten, häuft durch Crossover- Marketing (Kleidung, Sneakers, Videogames) Reichtümer wie Dagobert Duck an und wohnt als geläuterter Ex-Gangster und Familienvater in einer Märchenvilla. Womit Curtis Jackson alle Aufstiegsfantasien des HipHop überflügelt hat. Und dann fällt ihm nichts Besseres ein, als sich erneut als verbaler Grobmotoriker zu inszenieren, der die branchenübliche Sexismusgülle auskippt und Kollegen wie Nas oder Jay-Z ans Bein pinkelt, um seine angebliche Street-Credibility unter Beweis zu stellen. Es kommt hinzu, dass seinen Produzentenmarionetten kaum vernünftige Beats eingefallen sind, um das Genuschel des Chefs hochzupushen. Gerechterweise blieb „Curtis“ in den Verkaufszahlen weit hinter Kanye Wests zeitgleich veröffentlichtem, um Welten besseren Album „Graduation“ zurück. Wenn 50 Cent zu seinem Wort stehen würde, müsste er eigentlich die Brocken hinschmeißen. Genau das hatte er nämlich für den Fall angekündigt, dass er das Duell gegen Kanye verlieren würde. Auf der Bühne wird er alles daran setzen, diese Schmach vergessen zu machen und zu beweisen, dass er immer noch das größte aller Großmäuler ist. Jörg Wunder

Velodrom, So 9.12., 20 Uhr,

41 € + VVK AZ590

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