Kultur : Hippies und Hüpfer

Hannes Naumann und Maik Biermann alias Captain Capa bei der Preisverleihung mit Moderatorin Hadnet Tesfai. Foto: Roland Owsnitzki
Hannes Naumann und Maik Biermann alias Captain Capa bei der Preisverleihung mit Moderatorin Hadnet Tesfai. Foto: Roland OwsnitzkiFoto: Votos - Roland Owsnitzki

Der Nachwuchs hat gut aufgepasst in der Rock’n’Roll-Schule – vor allem im Fach Geschichte. Zitieren und kopieren sind die Stärken der Finalisten des New Music Awards, der von den neun Jugendsendern der ARD bei der Eröffnung der Music Week vergeben wird. Jede Radio-Welle hat eine Band in den Admiralspalast geschickt. Mit drei Songs dürfen sie alle versuchen, die Gunst der Jury um Sängerin Joy Denalane zu erringen. Der 23-jährige Jonas David aus Wuppertal gibt mit Karohemd und Vollbart den klassischen Folk-Rocker. Musterschüler in Sachen Indie-Rock aus der britischen Abteilung sind Astronaut’s Eye aus Mannheim, die mächtig Druck machen, aber letztlich völlig gesichtslos bleiben. Dann schon lieber die Soft-Rocker von Random Hero, die mit „Could You Be My Love“ einen Song mit echtem Hit-Potenzial in den Saal ballern. Barfuß und mit Blümchen im Haar treten Tuó aus Wolfrathshausen auf. Die beiden 18-Jährigen wirken wie zwei versprengte Kelly-Family-Schwestern und machen schönen zweistimmig gesungenen Hippie-Folk. Die einzige Band, die auf Deutsch singt, sind Feinkost aus Hamburg. Leider ist ihr Indie-Schlagerpop zum Gruseln. Insofern geht der Sieg von Captain Capa aus Thüringen völlig in Ordnung. Die beiden Seitenscheitelträger präsentieren ihren knalligen Nu-Rave-Sound mit viel Überschwang und Gehüpfe. Das Effektgerät, das dabei zu Bruch geht, können sie mit den 10 000 Euro Preisgeld nachkaufen.

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