Historiker-Streit : Liebte Goethe die Herzogin?

Eine geheime Liebschaft zwischen dem Dichter Johann Wolfgang von Goethe und der Weimarer Herzogin Anna Amalia bleibt weiter umstritten. Goethe-Experten lehnen die "Beweise" eines italienischen Schriftstellers ab.

Goethe
Schrieben sie sich heimlich Liebesbriefe? -Foto: dpa

WeimarDie angeblichen Beweise für eine geheime Liebschaft zwischen dem Dichterfürsten und der Herzogin überzeugten "in den Augen von seriösen Goethe-Forschern nicht", sagte der Präsident der Goethe-Gesellschaft, Jochen Golz. Er widersprach damit den Thesen des italienischen Schriftstellers Ettore Ghibellino, der diese in dem Buch "J. W. Goethe und Anna Amalia - Eine verbotene Liebe" veröffentlicht hatte.

Die Liebesbeziehung zwischen dem Dichter und der Herzogin wäre nach Ansicht von Golz "ein guter Stoff für einen historischen Roman". Mit historischer Forschung habe dies aber nichts zu tun. Die Argumente seien deshalb auch "abenteuerlich und dürftig".

Auch die Klassik Stiftung Weimar widersprach der These Ghibellinos. Diese sei nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung nicht belegbar, sagte Christoph Schmälzle, der seit 2006 als Vorsitzender den Anna Amalia und Goethe Freundeskreis leitet. Er warf Ghibellino vor, "virtuos aus Quellen eine Gewissheit zu konstruieren". Es gebe kein Zitat, das eine Affäre zwischen Goethe (1749-1832) und Herzogin Anna Amalia (1739-1807) beweise. (feh/ddp)

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