Kultur : Historikertag 2000: Rechtsextreme Werbung im Rahmen der Tagung

Der Historikertag 2000 in Aachen wird von einem Werbeauftritt des "Grabert-Verlags" überschattet. Der Tübinger Verlag wirbt im Programm der Tagung (26. - 29. 9.) mit einer ganzseitigen Anzeige. Der Verband der Historiker bedauert das "zutiefst" und distanziere sich mit Nachdruck von dem Programm des Verlages, erklärte der Verbandsvorsitzende, Johannes Fried. Die Anzeige sei durch eine "technische Panne" ins Programmheft geraten. Der Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg stuft den "Grabert-Verlag" als organisationsunabhängigen rechtsextremistischen Verlag mit dominierender Marktstellung im "rechten Lager" ein. Aus seinem Programm seien Publikationen eingezogen worden. Wegen der Verbreitung jugendgefährdender Schriften wurde er zu Geldstrafen verurteilt. Vor drei Jahren hatte der Verlag auf Druck der baden-württembergischen Landesregierung auf eine Teilnahme an den Stuttgarter Buchwochen verzichtet. Der "Grabert-Verlag" stand auf einer Liste mit knapp 200 Verlagen, die das Aachener Organisationsbüro Historikertag "routinemäßig" zwecks Anzeigenwerbung angeschrieben hatte.

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