HIT Parade : OneRepublic

Diese Woche auf Platz 5 mit „Apologize“

Ralph Geisenhanslüke

Im Kino rockt es wie lang nicht mehr. Crosby, Stills, Nash & Young, Patti Smith, die Rolling Stones und Bob Dylan. Die Umarmung von Film und Musik ist keineswegs neu. Als vor rund 100 Jahren die ersten Kinos eröffneten, diente die live gespielte musikalische Begleitung noch in erster Linie dazu, das Rattern des Projektors zu übertönen. Erst allmählich entdeckte man, dass Musik dem noch stummen Film eine weitere Erzählebene öffnete; und nebenbei dem Publikum über die noch ungelenken Schnitte hinweg half. Der erste Tonfilm („The Jazz Singer“, 1927) war natürlich ein Musikfilm.

Mittlerweile ist man weit hinaus über das klassische „Mickey-Mousing“, bei dem Musik die Bewegungen im Bild untermalt. Es gab große Musical- und Tanzfilme. Oder bizarre Stilformen wie die „Rock-Oper“. Es gibt geniale Komponisten wie Ennio Morricone und Soundtracks, leidenschaftlich zusammengestellt, etwa von Quentin Tarantino, die neben dem Film ein Eigenleben führen.

Zurzeit aber scheinen sich Musik und Film um des Überlebens willen aneinander zu klammern. So kommt das CrossMarketing wieder in Mode: Beworbene Produkte werben gegenseitig füreinander. Wie das funktioniert, demonstriert derzeit Till Schweiger. Nicht nur hat sich seine Komödie „Keinohrhasen“ in der Oberliga deutscher Erfolge platziert. Auch der Soundtrack ist seit Wochen in den Top Ten. Rock-ferne Bevölkerungsschichten hören nun The Killers oder Bloc Party. Besonders intensiv aber ist Schweigers Austausch mit OneRepublic, den Lieferanten des Titelsongs. „Apologize“ wurde veröffentlicht, kurz bevor der Film anlief.

Natürlich kam auch gleich ein Video mit Filmszenen heraus. Jedes Mal, wenn nun Ryan Tedder, der Sänger von OneRepublic, schmachtet, es sei „zu spät für Entschuldigungen“, denken viele Menschen an eine Szene mit Nora Tschirner und Till Schweiger. Apropos „too late“: In einem Punkt kehrt der Film zu den Anfängen zurück. Immer wenn das Drehbuch ein bisschen holpert, gibt es laute Musik. Irgendwie auch eine schöne Reverenz an die frühen Tage der Filmmusik. Ralph Geisenhanslüke

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben