• Hitler spielen Alec Guinness Udo Kier Armin Mueller-Stahl Martin Wuttke Anthony Hopkins

Kultur : Hitler spielen Alec Guinness Udo Kier Armin Mueller-Stahl Martin Wuttke Anthony Hopkins

Schauspieler aus sieben Jahrzehnten haben es getan. Sie erzählen, wie es war.

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Es ist vielleicht die größte Herausforderung für einen Schauspieler, schwarzweiß oder in Farbe, komödiantisch, avantgardistisch, im TVMehrteiler, im Kinodrama: Hitler darstellen, den größten Massenmörder in der Geschichte der Menschheit. Wie ist es, in seine Maske zu schlüpfen und ihn zu verkörpern? Welche Skrupel hat ein Darsteller angesichts der Faszination und der Banalität des Bösen? Chaplin drehte den „Großen Diktator“ 1940 und erinnert sich in „Die Geschichte meines Lebens“, dass er Hitler zunächst nicht ernst nehmen konnte. „,Das ist ein Verrückter!’, dachte ich. Doch als Einstein und Thomas Mann gezwungen wurden, Deutschland zu verlassen, war dieses Gesicht Hitlers nicht mehr komisch, sondern unheimlich.“

Dennoch habe er weitergemacht. „Denn über Hitler sollte gelacht werden. Hätte ich was von den Schrecken in den deutschen Konzentrationslagern gewusst, ich hätte ,Der große Diktator’ nicht zustande bringen, hätte mich über den mörderischen Wahnsinn der Nazis nicht lustig machen können.“ Im Wissen um die Verbrechen wurden auch nach 1945 Hitler-Filme gedreht, allerdings vor allem im Ausland. Und schon Chaplin erzählt – wie jetzt Bruno Ganz bei „Der Untergang“ – vom Reiz der Rolle: „Als Hitler konnte ich die Massen großtuerisch in ihrem Jargon bearbeiten und soviel sprechen, wie ich wollte. Als Tramp konnte ich dann mehr oder minder still bleiben.“chp

Ich glaube, meine Haltung war die einer angemessenen Objektivität – zumindest so objektiv, wie man sein kann, wenn man einen solchen Mann spielt. Man kann sagen, dass ich ihn mit einem Schuss Ironie gespielt habe, sicherlich aber nicht mit irgendeiner besonderen Art von Emphase. Ich weiß, dass Hitler in diesem Film nicht zu einer Karikatur wird, denn es gibt an ihm nichts Komisches. In den ersten Einstellungen habe ich die Locke noch nicht auf der Stirn. Ich wollte nicht, dass das Publikum schon zu Beginn sagt: ,Schau mal, good old Hitler!’“

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