Kultur : Hitparade: Celine Dion mit "A New Day has Come"

Ralph Geisenhanslüke

Für manche Leute ist sie die Immerliebende, mit deren Songs man den eigenen Gefühlshaushalt tapezieren kann. Andere sagen: Eine CD von ihr und du brauchst kein Rohrfrei mehr. Die Welt hat teilgenommen an Celine Dions Wohl und Weh, seit sie mit 12 im kanadischen Quebec den ersten Song aufnahm. Schon als kleines Mädchen hatte sie sich vorgenommen, ein ganz ganz großer Star zu werden. Heute spielt sie in der Champions-League: 140 Millionen verkaufte Platten, zu Hause stapeln sich Grammys und Oscars (Foto: dpa). Mit dem Soundtrack zu "Titanic" wurde sie zur globalen Schirmherrin der klopfenden Herzen. Fehlte nur noch das Mutterglück. Auch hier war die Welt, durch wohldosierte News-Häppchen, vom Reagenzglas bis zur Niederkunft dabei.

Das erste Album nach der Babypause zeigt Fotos des kleinen Rene-Charles und des Gatten, der den Hautkrebs überwunden hat. Die Familie bei bester Gesundheit, alles wie aus dem Goldrahmen. Da wird Celine Dion es verschmerzen, das sich "A New Day Has Come" nicht wochenlang auf Platz 1 eingenistet hat. Ihre Breitwand-Balladen und schüchternen Tastversuche in Richtung Rhythm & Blues klingen so berechenbar, als vesuche jemand, eine Einbauküche zu vertonen. Doch ab dem nächsten Jahr hat sich Mutti Celine verpflichtet, in drei Jahren 600 Shows zu geben, in einer eigens errichteten Konzerthalle in Las Vegas. Für 115 Millionen Euro. Vielleicht lässt Celine Dion es dort etwas entspannter angehen. In der Wüste Nevadas schmelzen die Eisberge ganz von selbst.

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