Kultur : Hitparade: Diese Woche auf Platz 18

Ralph Geisenhanslüke

Ihr Name klingt indisch, sie stammen aus Dänemark. Aber woher das Safri Duo eigentlich kommt, fragt seit gut vier Monaten niemand mehr. Denn Uffe Savery und Morten Friis sind seit einem halben Jahr mit ihrem "Bongo Song" eingebürgert in den deutschen Charts. Und nicht nur dort: Nach Goldenen Schallplatten in halb Europa haben die beiden vorerst ausgesorgt.

Uffe und Morten sind so etwas wie Nigel Kennedy und Vanessa Mae in einer Person: klassisch ausgebildete Musiker, die auf dem Pop-Sektor abräumen. Allerdings zählen sie zu einer Berufsgruppe, die selten im Rampenlicht steht: Sie sind Perkussionisten. Leute also, die im klassischen Orchester gelegentlich mal auf die Pauke hauen. Damit sie keine Langeweile bekommen, schreiben sie Klavier-Suiten von Bach für Marimba um. Dem "Bongo-Song" hört man nicht an, dass das Königlich-Dänische Konservatorium in Kopenhagen absolviert haben: Ein schlichter Trance-Techno-Beat mit Plaste-Keyboards, wie er aus tiefergelegten Golfs zu wuffen pflegt; darüber spielen die beiden ein Duett auf Bongo-Trommeln. Bongos können unter den variantenreichen Anschlägen lateinamerikanischer Virtuosen zu wahren Klangwundern werden. Uffe und Morten aber spielen Bongos nach Manier westlicher Orchester-Musiker: mit Stöcken. Dadurch klingen sie immer schön gleich. Auf komplizierte Synkopen verzichten sie auch. Das würde nur verwirren. Diesen Minimalismus-Begriff haben die beiden gleich auf ihr ganzes Album angewendet, das nur noch auf Platz 18 herumschwächelt. Trotzdem: Uffe und Morten haben es geschafft - auch ohne bunt gefärbte Haare oder nasse T-Shirts. Das freut eigentlich alle. Deshalb: Douze Points nach Kopenhagen!

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