Hochschulrektorenkonferenz : Peter Gaehtgens tritt zurück

Der ehemalige FU-Präsident Peter Gaehtgens wird seinen Stuhl als Chef der Hochschulrektorenkonferenz räumen. Grund sind offenbar Unstimmigkeiten mit anderen Präsidiumsmitgliedern. Sitzungsteilnehmer sprachen von einem "Scherbenhaufen".

Berlin/Bremen - Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Peter Gaehtgens, ist am Mittwoch nach einem heftigen Eklat während einer Sitzung in Bremen zurückgetreten. Auslöser waren nach dpa-Informationen monatelange Spannungen zwischen Gaehtgens und seinen sieben Vizepräsidenten. Die Vertreter von 260 Universitäten und Fachhochschulen beauftragten anschließend einstimmig den bisherigen HRK-Vizepräsidenten und Rektor der Technischen Hochschule Aachen, Burkhard Rauhut, mit der Wahrnehmung der Amtsgeschäfte. Zudem sprachen sie einstimmig allen Vizepräsidenten das Vertrauen aus.

Die Vizepräsidenten hatten am Vorabend vergeblich versucht, den 68-jährigen Gaehtgens zum Verzicht auf eine neue Kandidatur im Februar zu bewegen. Gaehtgens wurde mangelnde Zusammenarbeit mit dem HRK-Präsidium vorgeworfen. Mit einer Satzungsänderung habe er die Vizepräsidenten entmachten und HRK-Generalsekretärin Christiane Ebel- Gabriel mehr Einfluss sichern wollen. Bei dem Streit soll es auch um Kosten für Dienstwohnungen in Bonn und Berlin gegangen sein. Die HRK wird von Bund und Ländern mit rund drei Millionen Euro jährlich finanziert.

Sitzungsteilnehmer sprachen von einem «Scherbenhaufen», vor dem die Rektorenkonferenz angesichts der schwierigen Reformen an den Hochschulen jetzt stehe. Bei dem Treffen in Bremen wollte die HRK darüber beraten, wie in den kommenden Jahren ein Bewerberansturm aus den geburtenstarken Abiturjahrgängen bewältigt werden kann. Gaehtgens hatte in den vergangenen Wochen für ein neues Bund-Länder- Hochschulsonderprogramm geworben, dessen Verwirklichung allerdings nach der geplanten Föderalismusreform als unwahrscheinlich gilt.

Das studentische «Aktionsbündnis gegen Studiengebühren» warf der HRK vor, ein neues Modell zur Studienfinanzierung vorzubereiten. Danach sollten überall Studiengebühren eingeführt werden und das Bafög entfallen. Zu befürchten sei, dass durch die geplanten Bankdarlehen die Verschuldung der Studierenden deutlich zunehmen werde.

Die HRK bedauerte in einer Erklärung den Rücktritt Gaehtgens. «Das Plenum respektiert seine persönliche Entscheidung.» Gaehtgens führte seit August 2003 die Rektorenkonferenz. Zuvor war der Mediziner Präsident der FU Berlin. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar