HÖREN : Im Liegen zu genießen

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Kaum setzt die Saison ein, braucht man schon wieder Erholung. Mit ihr winken derzeit vor allem ein englischer Komponist und ein einzigartiges Berliner Veranstaltungsformat am kommenden Samstagabend. Die Rede ist einerseits von dem 1659 geborenen Henry Purcell, der seinerzeit Mitglied der königlichen Kapelle und Organist an Westminster Abbey war. Zu den berühmtesten Kostbarkeiten aus seiner Hand gehört die „Music for a While“, die zur Begleitung eines Schauspiels entstand und in der davon die Rede ist, dass Musik für „eine Weile unsere Sorgen vergessen machen“ und solche Macht entfalten kann, dass die Rachegöttin Alekto entkräftet ihre Peitsche sinken lässt und ihr die Schlangen aus den Haaren fallen. Dieser Ansatz kann nicht falsch sein, wenn man andererseits ein Motto für eine musikalische Veranstaltung sucht, und so begibt sich das Nachtkonzert im Radialsystem ganz in die Obhut des Purcell’schen Liedes.

Einmal mehr wird es für die ausübenden Musiker dann darum gehen, ihre auf Kuschelkissen und allerhand Yogamatten bequem liegende Zuhörerschaft sanft vom Einschlafen abzuhalten. Dieses Mal übernimmt das Barock Ensemble Berlin mit Kerstin Erben und Anja-Regine Graewel (Barockvioline), Thomas Arndt (Barockcello) sowie Andrea Häufele am Cembalo die schwierige Aufgabe, Stimmung im Saal zu schaffen, ohne dabei allzu sehr aufzuregen. Das kleine Ensemble interpretiert in historischer Spielweise Werke von Purcell, Händel und weiteren Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts; hoffentlich sind viele Chaconnen und Passacaglien dabei, denn diese beruhigen so schön. Ein Übriges werden sicherlich die freundlichen Zwischenmoderationen tun, jedenfalls dürfte dieser besondere Nachtmusik-Abend erheblich dazu beitragen, sich von den immensen Anstrengungen der ersten Arbeitstage nach den großen Ferien zu erholen.

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