HÖREN : Mit heiterem Sinn und heller Kehle

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Das Singen, wie es dieser Tage mit heiterem Sinn und heller Kehle hinter weihnachtlich geschmückten Türen gepflegt wird, ist natürlich nicht maßstabsetzend für den Rest der Welt, selbst wenn es als menschliche Universalie gilt. Doch neben unserem Kunstgesang, zu dessen Ursprüngen das ganz gewöhnliche Lied zählt und der andererseits so herrliche, vollständig überirdirsche Dinge wie den Belcanto hervorgebracht hat, gibt es natürlich viele Traditionen, man denke nur an das kehlige Raunen des Obertongesangs oder die zarten Hochtöne in der chinesischen Oper.

Jener kluge Musikpädagoge also, der sagte, dass der Mensch „singend eine andere Dimension seiner Existenz“ berühre, wird diese Techniken mitgemeint und sich andererseits besonders auf das Weihnachtsfest gefreut haben, das traditionell als Einfallstor für existenzielle Sorgen und spektakuläre Dimensionen gelten darf. Wer in diesen Tagen unterdessen gar nichts mit Singen zu tun haben will, hat es schwer. Hoffnung bieten nur Abende wie jener am Dienstag (17.12., 20 Uhr) in der Philharmonie mit dem Freiburger Barockorchester, der sich ganz auf die Jahrzehnte um 1800 stützt, in denen man bekanntlich damit begann, allein in der Instrumentalmusik das Wesen der Kunst zu erkennen. Kristian Bezuidenhout wird allerdings gewiss sanglich Klavier spielen, Anne Katharina Schreiber und Petra Müllejans werden die Geigen bei Symphonien von Mozart und Mendelssohn besonders schön singen lassen.

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