Kultur : Hörtest: Brad Mehldau: Places

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Sehnsucht. Ein Wort, ein Wesenszug. Die "Places" des amerikanischen Pianisten Brad Mehldau sind nur Synonyme für das Gefühl, das er mit allen Orten seines Albums verbindet - ob er sie Perugia, Amsterdam oder Schloss Elmau nennt. In 13 Stücken erkundet er vielmehr musikalische Plätze: mal solo, mal im Trio mit Drummer Jorge Rossy und Bassist Larry Grenadier. Es sind Beschwörungen eines hoffnungslosen Romantikers, der die Sehnsucht um der Sehnsucht willen liebt und trotzdem unsentimental, klar und klischeefrei spielt, weg vom braven akkordischen comping, hin zu Arpeggien und kontrapunktischen Melodien. Nur mit der romantischen Unendlichkeit wird es nichts werden: Noch in den rasantesten Linien steckt ein Rest Erdenschwere.

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