Kultur : Hörtest: Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen

jök

Was ist das höchste Kompliment, dass man einer Aufnahme von Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen machen kann? Dass man bei ihr Glenn Gould vergisst. Der kanadischen Pianistin Angela Hewitt gelingt das so gut wie sonst niemandem: Dem genialischen Funkenflug der frühen Gould-Einspielung der Variationen setzt sie ein intimes, berückend klangschönes Bach-Bild entgegen. Angela Hewitt gelingt eine innere Belebung der Stimmen und Rhythmen, die nirgends aufgesetzt wirkt, und die jede Variation als eigene kleine Kostbarkeit behandelt. Über allem schwebt eine innere Ruhe und Gelöstheit, die sich aus dem Spiel mit den Reichtümern der Bachschen Musik wie selbstverständlich ergibt. Eine Nachtmusik für Glückliche.

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