Kultur : Hörtest Klassik

F. H.

Selbst der größte Hexenmeister hat irgendwann einmal als Zauberlehrling angefangen. Mit liebevollem Zugriff nehmen sich Antonio Pappano und das London Symphony Orchestra darum dreier Frühwerke von Giacomo Puccini an (EMI). Bei der "Missa di Gloria" des 22-jährigen Studenten von 1880 kracht es zwar noch manchmal im Gebälk der kompositorischen Konstruktion, doch der eigene Ton ist schon da, der Charme, der unfehlbare Instinkt für den Effekt. Sehnsuchtsseufzend hebt das zwei Jahre später entstandene Preludio sinfonico an, erotisch aufgeheizte morbidezza verströmen die "Crisantemi" (1890). Walle, walle, manche Strecke, dass zum Zwecke Herzblut fließe und mit reichem, vollem Schwalle auf die Hörer sich ergieße.

0 Kommentare

Neuester Kommentar